Kaffee ist das meistfotografierte Getränk im Internet, das Foto ist also nie das Unterscheidungsmerkmal. Ein Flat White mit Latte Art sieht in jeder Stadt gleich aus. Was den Beitrag zu deinem macht, ist die Situation drumherum: der Weg dorthin, die Schlange, die Person gegenüber, der Grund, warum du ihn gebraucht hast.
Instagram bricht eine Bildunterschrift nach etwa zwei Zeilen ab, also gehört das Konkrete nach vorn. “Dritter vor elf Uhr” ist ein besserer Einstieg als “es gibt einfach nichts wie einen guten Kaffee”.
Erste Tasse des Tages
- Vor der hier passiert gar nichts.
- Wach, theoretisch.
- Nur die erste zählt wirklich.
- Um 6 Uhr im Dunkeln gemacht wie ein Profi.
- Rede mich nicht an, bevor die hier leer ist.
- Beste zehn Minuten des Tages, und schon vorbei.
- Eine Tasse zwischen mir und einem funktionierenden Menschen.
Cafébesuche
- Elf Minuten angestanden. Richtige Entscheidung.
- Ein gutes gefunden, werde damit jetzt nerven.
- Ecktisch, keine Pläne, zwei Stunden.
- Der Hafer-Flat-White hier ist der Grund für meinen Umzug in dieses Viertel.
- Neue Stadt, erster Stopp, natürlich.
- Draußen in der Kälte gesessen, weil drinnen voll war und ich Prinzipien habe.
- Zwei Kaffee und ein Gebäck, das statisch fragwürdig war.
- Die besten Cafés sind die ohne WLAN.
Selberbrühen
- Selbst gemahlen, das werde ich heute noch oft erwähnen.
- Sechs Monate Übung für einen anständigen Aufguss.
- Die Maschine hat mehr gekostet als das Sofa.
- Mokkakanne, Küche, Stille.
- Die Bohnen abgewogen. Ja, ich bin so einer.
- In einem sehr langweiligen Winter endlich richtig gelernt.
- V60 am Sonntag ist das ganze Hobby.
Ehrlich und müde
- Vierter Kaffee, erster brauchbarer Gedanke.
- Läuft komplett auf diesem hier.
- Schlecht geschlafen, öffentlich am Durchkämpfen.
- Wirkt schon lange nicht mehr, ich trinke ihn trotzdem weiter.
- Kaffee ist meine Persönlichkeit zwischen 8 und 10 Uhr.
- Habe Schlaf durch ein System ersetzt.
- Deadline-Kaffee schmeckt anders.
Mit anderen
- Zwei Stunden, ein Thema, vier Nachfüllungen.
- Kaffee mit ihr geht nie wirklich um Kaffee.
- Nichts gelöst, trotzdem besser gefühlt.
- Gleiches Café, gleiche Bestellung, jeden Samstag seit drei Jahren.
- Mich um neun mit einer Freundin getroffen, um eins gegangen.
- Der Aufhol-Kaffee, der zum Mittagessen wird.
Kurze Einzeiler
- Aber erst mal, klar.
- Heiß, schwarz, fertig.
- Treibstoff.
- Tasse eins von mehreren.
- Kleine tägliche Freude.
- Bohnen und Stille.
- Espresso, keine weiteren Worte.
- Third Wave, zweite Tasse.
- Morgen, erledigt.
- Dafür lohnt sich das Aufstehen.
Saisonal
- Eisgekühlt ab Mai, keine Ausnahmen.
- Kalter Morgen, heiße Tasse, guter Start.
- Erstes richtiges Kaffeewetter des Jahres.
- Trinke ihn draußen im Mantel, weil Herbst.
- Sommer heißt eisgekühlt, und alle haben dazu eine Meinung.
Arbeit und Lernen
- Dritter, und die Deadline steht immer noch.
- Bibliothekskaffee ist schlecht, ich trinke ihn trotzdem.
- Das Café ist zwei Tage die Woche mein Büro.
- Einen kompletten Neuentwurf mit zwei Tassen und Sturheit durchgezogen.
- Ein Meeting bei Kaffee ist einfach ein Meeting mit besserem Licht.
- 1.000 Wörter geschrieben und drei davon getrunken.
Wie du die richtige findest
Beschrifte nicht die Tasse. Die zeigt das Foto sowieso schon, und genau das lässt Kaffeeposts alle gleich aussehen. Schreib stattdessen über die Umstände: die Schlange, die Uhrzeit, die Freundin, die Anzahl der Tassen. Stell das nach vorn, damit der interessante Teil den Umbruch übersteht, und streich Einstiege wie “es gibt einfach etwas an.” Passe den Ton ans Foto an, denn eine düstere Küchenaufnahme und ein helles Café-Terrassenfoto wollen völlig andere Sätze. Stellst du eine Frage, halte sie in drei Worten beantwortbar, denn “wie trinkst du deinen” bekommt Antworten und “was bedeutet Kaffee für dich” nicht. Prüfe die Länge vor dem Posten mit dem Instagram-Zeichenzähler.
Führst du einen Café-Account und brauchst Woche für Woche Varianten zum selben Getränk, hält dir der Instagram-Post-Generator die Einstiege frisch.