Instagram-Hashtags waren früher ein Entdeckungs-Feed, den Leute durchgescrollt haben. Das ist weitgehend vorbei. Heute wirkt ein Hashtag als Themen-Etikett, das das Ranking-System liest, um zu verstehen, worum es in deinem Beitrag geht. Er ist kein Ort mehr, an dem Fremde nach Inhalten stöbern. Das ändert, wie du sie einsetzen solltest.
Was Hashtags heute wirklich tun
Wenn du einen Beitrag taggst, nutzt Instagram diesen Tag als eines von vielen Signalen (Text der Bildunterschrift, Alt-Text, was der Account sonst postet, womit ähnliche Zuschauer interagieren), um zu entscheiden, wer ihn sehen möchte. Niemand sitzt auf der Tag-Seite #fitness und wartet auf dein Reel. Die Tag-Seite gibt es noch, aber sie bekommt einen Bruchteil des Traffics von Suche und Explore.
Die Aufgabe eines Hashtags hat sich damit verschoben: weg von “werde von Stöbernden gefunden”, hin zu “hilf dem Algorithmus, das hier richtig einzuordnen”. Ein Tag, der deinen Beitrag genau beschreibt, erledigt diese Aufgabe. Ein Tag, den du wegen seiner 40 Millionen Beiträge ausgewählt hast, nicht. Er sagt dem System nur, dass du in einer so breiten Kategorie antrittst, dass ein neuer Beitrag von einem kleinen Account innerhalb von Minuten verschwindet.
Wie du deine eigenen auswählst
Lass die riesigen Allgemein-Tags weg. #love, #instagood, #photooftheday: Die haben hunderte Millionen Beiträge, und dein Inhalt ist begraben, bevor jemand am ersten Bildschirm vorbeigescrollt ist. Stattdessen:
- Sieh dir an, wofür Accounts in deiner Größe und deiner Nische tatsächlich ranken. Öffne ein paar ihrer Beiträge und notiere die spezifischen Tags, nicht die riesigen.
- Wähle Tags, die den Beitrag selbst beschreiben: Motiv, Umgebung, Format. Nicht das Publikum, das du gern hättest.
- Ziele auf eine mittlere Größenordnung. Tags mit einigen zehntausend bis wenigen hunderttausend Beiträgen haben meist ein echtes, aktives Publikum, ohne zur Lotterie zu werden.
- Speichere zwei oder drei Sets für deine wichtigsten Inhaltstypen, damit du nicht jedes Mal von vorn tippst. Tausche pro Beitrag ein oder zwei Tags aus, statt immer dieselben 30 zu kopieren.
Der Instagram-Hashtag-Generator beschleunigt diesen ersten Durchgang, wenn du bei null anfängst. Behandle sein Ergebnis aber als Entwurf zum Kürzen, nicht als fertige Liste.
Deutsche und englische Tags
Ein Hashtag wird nie übersetzt, er ist eine wörtliche Zeichenkette. Die Frage ist nur, in welcher Sprache du taggst. Wenn deine Bildunterschriften deutsch sind und deine Follower im deutschsprachigen Raum sitzen, sind deutsche Tags wie hausmannskost, heimtraining oder reisenindeutschland meist die bessere Wahl: weniger Konkurrenz und ein Publikum, das deinen Text auch lesen kann.
Mische die beiden Sprachen nicht in derselben Liste. Ein halb englisches, halb deutsches Set konkurriert in zwei verschiedenen Räumen und bekommt in keinem davon das volle Signal. Wähle eine Sprache pro Beitrag. Wenn du wirklich zweisprachig arbeitest, wechsle zwischen den Beiträgen.
Wie viele du verwenden solltest
Instagram begrenzt dich auf 30 Hashtags pro Beitrag, aber alle 30 zu nutzen ist für sich genommen keine Strategie. Die meisten Creator fahren mit einem kleineren, engeren Set besser. Ein Längenprüfer für Bildunterschriften hilft hier ebenfalls, denn eine mit Tags vollgestopfte Bildunterschrift wirkt auf Menschen wie Spam, auch wenn sie für den Algorithmus formal in Ordnung ist.
Was du stattdessen tun solltest
Schreib zuerst die Bildunterschrift, und schreib sie so, als würdest du den Beitrag einem Menschen erklären, nicht einer Maschine. Sag, was auf dem Foto oder im Video zu sehen ist, worum es geht und vielleicht, warum es zählt. Dieser Text trägt mehr zur Einordnung bei, als die meisten annehmen. Die Hashtags kommen danach als unterstützende Ebene: spezifisch, nicht als Wunschliste.